Wenn italienische Fermentation auf Schweizer Apfelstrudel trifft
Nach der Dessertpizza mit Schokolade und Haselnüssen wollte ich ein Rezept entwickeln, das näher an unseren heimischen Aromen liegt. Was könnte schweizerischer und gleichzeitig gemütlicher sein als ein frisch gebackener Apfelstrudel?
Die Idee war schnell geboren: Warum nicht die luftige Struktur eines modernen Pizza-in-Teglia-Teigs mit den Aromen eines klassischen Apfelstrudels kombinieren?
Das Ergebnis ist eine unglaublich leichte Dessertpizza mit karamellisierten Äpfeln, Rum-Rosinen, Zimt und einer feinen Vanillecreme. Der lange gereifte Biga-Teig bringt eine angenehme Tiefe und sorgt dafür, dass die Süsse nie aufdringlich wirkt.
Rezept für 1 Blech (ca. 30 x 40 cm)
Biga (16–18 Stunden)
500 g Weizenmehl W350
220 g Wasser
5 g Frischhefe
Alles locker vermischen und bei etwa 18 °C reifen lassen.
Hauptteig
gesamte Biga
120 g Weizenmehl W350
180 g kaltes Wasser
50 g Zucker
20 g Honig
12 g Salz
40 g weiche Butter
Gesamthydration: ca. 80 %
Rosinen vorbereiten
Am Vortag:
120 g Rosinen
80 g dunkler Rum
Rosinen mindestens 12 Stunden einlegen.
Karamellisierte Äpfel
Zutaten
5 grosse säuerliche Äpfel (Boskoop oder Braeburn)
40 g Butter
50 g Rohzucker
1 TL Zimt
Mark einer halben Vanilleschote
1 EL Zitronensaft
Zubereitung
Äpfel schälen und in Würfel schneiden.
Butter schmelzen, Zucker leicht karamellisieren und die Äpfel hinzufügen.
Zimt, Vanille und Zitronensaft zugeben.
5–6 Minuten dünsten.
Die Äpfel sollen weich werden, aber ihre Struktur behalten.
Anschliessend vollständig auskühlen lassen.
Vanillecreme
Zutaten
250 g Vollmilch
2 Eigelb
40 g Zucker
20 g Maizena
1 Vanilleschote
Zubereitung
Alle Zutaten zu einer klassischen Crème pâtissière kochen.
Abdecken und vollständig auskühlen lassen.
Teigführung
- Kneten
Biga, Mehl und Wasser vermischen.
Anschliessend Zucker und Honig einarbeiten.
Zum Schluss Salz und Butter hinzufügen.
Bis zu einer stabilen Glutenstruktur auskneten.
- Stockgare
3 Coil Folds im Abstand von 30 Minuten
danach 2 Stunden Ruhe bei Raumtemperatur - Kalte Reifung
24–36 Stunden im Kühlschrank.
- Formen
Teig vorsichtig in ein gut geöltes Blech geben.
Schonend ausziehen, damit möglichst viele Gärgase erhalten bleiben.
- Stückgare
5–6 Stunden bei etwa 26 °C.
Backen
Bei 230 °C Ober-/Unterhitze etwa 12–15 Minuten backen.
Der Teig soll goldbraun und luftig sein.
Komplett auskühlen lassen.
Fertigstellen
Zuerst die Vanillecreme dünn auftragen.
Darauf:
karamellisierte Äpfel
Rum-Rosinen
etwas zusätzlicher Zimt
Anschliessend bestreuen mit:
gerösteten Mandelblättchen
Puderzucker
Optionales Mille-Bolle-Finish
Für eine luxuriöse Variante:
braune Butter (Beurre noisette)
geröstete Haselnüsse
etwas Schweizer Blütenhonig
wenige Flocken Fleur de Sel
Das Salz hebt die Apfel- und Vanillearomen überraschend stark hervor.
Mein Fazit
Diese Apfelstrudel-Pizza ist vermutlich die Dessertpizza, die am besten zu Mille Bolle passt. Sie verbindet italienische Teigkultur mit vertrauten mitteleuropäischen Aromen und wirkt trotz ihrer Süsse erstaunlich leicht.
Die lange Fermentation sorgt für Komplexität, während Äpfel, Vanille und Zimt sofort Erinnerungen an frisch gebackenen Apfelstrudel wecken. Serviert man sie leicht lauwarm mit einer Kugel Vanilleglace, entsteht ein Dessert, das sowohl Pizza-Liebhaber als auch klassische Dessertfans begeistert.
Metadaten
Meta-Beschreibung:
Eine kreative Dessertpizza mit karamellisierten Äpfeln, Rum-Rosinen, Vanillecreme und luftiger Biga-Fermentation. Die perfekte Verbindung von Pizza und Apfelstrudel.
URL-Slug:
apfelstrudel-pizza-biga-teig
Fokus-Keyword:
Apfelstrudel-Pizza
Schlagwörter:
Dessertpizza, Apfelstrudel, Biga, Pizza in Teglia, Äpfel, Vanillecreme, Fermentation, Mille Bolle, süsse Pizza, Backen
Beitrags-Auszug:
Kann man einen klassischen Apfelstrudel in eine Pizza verwandeln? Diese Dessertpizza mit luftiger Biga-Fermentation, karamellisierten Äpfeln, Rum-Rosinen und Vanillecreme zeigt, wie harmonisch italienische Teigkunst und traditionelle Dessertaromen zusammenfinden.