Wer kennt es nicht? Man plant einen geselligen Pizza-Abend, bereitet voll Motivation mehrere Teiglinge vor – und am Ende bleiben zwei oder drei Ballen übrig. Wegwerfen kommt nicht infrage! Doch beim Einfrieren und wieder Auftauen machen viele die Erfahrung, dass der Teig matschig wird, am Behälter klebt oder seine Struktur verliert.
Mit der richtigen Technik und einer besonderen Zutat gelingt das Einfrieren jedoch problemlos. Ich zeige dir, wie du deinen Teig haltbar machst und warum Reismehl dabei der entscheidende Gamechanger ist.
Warum Pizzateig beim Einfrieren leidet
Beim Einfrieren bilden sich kleine Eiskristalle im Teig. Diese zerstören stellenweise die feine Glutenstruktur. Zudem tritt beim Auftauen Schwitzwasser an der Oberfläche aus.
Das Resultat: Der Teigling wird extrem klebrig und lässt sich nur noch schwer verarbeiten. Normales Weizenmehl hilft hier oft nur bedingt, da es die Feuchtigkeit aufsaugt und selbst wieder klebrig wird.
Die Geheimzutat: 10 % Reismehl
Mein bewährter Praxistipp für eingefrorenen Pizzateig lautet: Ersetze etwa 10 % der Gesamtmehlmenge durch Reismehl (oder nutze Reismehl konsequent zum Bebemehlen und Einpacken der Ballen).
Warum funktioniert Reismehl so hervorragend?
Kein Gluten: Reismehl bildet kein Glutennetz aus. Es klebt nicht und bildet eine isolierende Schicht um den Teig.
Perfekter Feuchtigkeitsschutz: Reismehl nimmt das austretende Kondenswasser beim Auftauen ideal auf, ohne dass eine matschige Oberflächenschicht entsteht.
Müheloses Öffnen: Die Teiglinge gleiten nach dem Auftauen perfekt aus der Dose oder Folie und lassen sich fantastisch ausziehen.
Anleitung: So frierst du Pizzateig richtig ein
1. Der richtige Zeitpunkt
Lass die Teiglinge nach dem Schleifen nicht erst stundenlang gehen. Sobald die Ballen geformt sind und sich ganz leicht entspannt haben (nach ca. 30–60 Minuten Raumtemperatur), gehören sie in den Tiefkühler. Die Hefe soll im Tiefkühler einschlafen, nicht vorher schon auspowern.
2. Reismehl grosszügig nutzen
Wende die Teigballen vor dem Einpacken gründlich in Reismehl.
3. Luftdicht verpacken
Verpacke die Ballen einzeln in kleine, leicht geölte Gefrierdosen oder wickle sie gut in Frischhaltefolie ein. Luft ist der Feind beim Einfrieren, da sie Gefrierbrand fördert.
Richtig Auftauen: Geduld bringt Geschmacksbonus
Der grösste Fehler beim Auftauen ist Hektik (wie die Mikrowelle oder warmes Wasser).
Schritt 1: Nimm den Teigling ca. 12 bis 24 Stunden vorher aus dem Tiefkühler und lege ihn in der Dose in den Kühlschrank. So taut er schonend auf.
Schritt 2: Hole den Teigling ca. 2 bis 3 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank, damit er Raumtemperatur annimmt und die Hefe wieder aktiv wird.
Fazit
Mit dem 10 %-Reismehl-Kniff musst du nie wieder schlechtes Gewissen haben, wenn Teig übrig bleibt. Der Aufwand ist minimal, und das Ergebnis steht einem frisch zubereiteten Teig in kaum etwas nach.
Hast du schon einmal Pizzateig eingefroren? Was sind deine Erfahrungen mit Reismehl beim Aufarbeiten?
Schreib es mir gerne in die Kommentare!