Seit immer mehr Pizzaöfen für den Heimgebrauch auf den Markt kommen, taucht auch eine Frage regelmässig auf:
Soll ich einen Pizzaofen mit drehendem Stein kaufen oder lieber einen klassischen Ofen mit festem Backstein?
Ich werde diese Frage oft gestellt und meine Antwort überrascht viele. Denn obwohl ein rotierender Stein durchaus Vorteile hat, würde ich mich persönlich jederzeit wieder für einen klassischen Pizzaofen entscheiden.
Nicht, weil rotierende Öfen schlecht wären – sondern weil für mich ganz andere Faktoren entscheidender sind.
Was macht ein drehender Pizzaofen?
Bei einem rotierenden Pizzaofen dreht sich der Backstein während des Backens kontinuierlich. Dadurch wird die Pizza gleichmässig an der Hitze vorbeigeführt und muss nicht von Hand gedreht werden.
Gerade für Einsteiger klingt das sehr attraktiv. Die Gefahr, dass eine Seite zu dunkel wird, ist kleiner und das Backen wirkt entspannter.
Die Vorteile eines rotierenden Pizzaofens
Der grösste Vorteil ist die gleichmässige Bräunung.
Da sich die Pizza ständig dreht, wird sie rundherum ähnlich stark der Hitze ausgesetzt. Das sorgt oft für ein sehr gleichmässiges Backbild und reduziert das Risiko von verbrannten Stellen.
Ein weiterer Vorteil ist der Komfort.
Du musst die Pizza während des Backens nicht beobachten oder mit einem Wendeschieber drehen. Besonders wenn du mehrere Pizzen hintereinander backst, kann das durchaus angenehm sein.
Für Einsteiger kann ein rotierender Stein deshalb den Einstieg erleichtern.
Warum ich trotzdem einen festen Stein bevorzuge
So praktisch ein drehender Stein auch sein mag – für mich geht dabei ein Teil des Erlebnisses verloren.
Das Drehen der Pizza gehört für mich einfach zum Pizzabacken dazu.
Ich beobachte gerne, wie sich der Rand entwickelt, wann die ersten Leopardenflecken entstehen und wie sich die Farbe verändert. Ich entscheide selbst, wann ich die Pizza drehe und wie lange sie noch im Ofen bleibt.
Genau diese Kontrolle macht für mich den Reiz aus.
Vielleicht klingt das etwas nostalgisch, aber ich mag das Handwerk hinter dem Pizzabacken. Ich möchte nicht einfach nur eine Pizza backen – ich möchte den gesamten Prozess erleben.
Nicht jeder Pizzaofen heizt gleich
Ein Punkt, der oft vergessen wird, ist die Bauweise des Ofens.
Gerade bei Gasöfen spielt der Brenner eine wichtige Rolle. Modelle mit einem L-förmigen oder U-förmigen Brenner verteilen die Hitze meist gleichmässiger als Öfen mit einem Brenner auf nur einer Seite.
Dadurch entstehen weniger extreme Temperaturunterschiede und das Backen wird etwas einfacher.
Trotzdem ersetzt auch ein gut platzierter Brenner nicht das richtige Timing. Gerade bei einem klassischen Pizzaofen gehört das Drehen der Pizza weiterhin dazu.
Die Grösse des Backraums wird oft unterschätzt
Wenn mich heute jemand nach einem Pizzaofen fragt, spreche ich fast immer zuerst über die Grösse des Garraums.
Viele kompakte Modelle bieten gerade genügend Platz für eine Pizza mit 30 Zentimetern Durchmesser.
Das funktioniert grundsätzlich, lässt dir beim Backen aber kaum Spielraum.
Ich bevorzuge einen Ofen, der rund um die Pizza noch etwas Platz bietet. Dadurch kann ich sie einfacher drehen und muss nicht ständig aufpassen, dass der Rand zu nah an den Brenner oder an die Seitenwand kommt.
Gerade bei Temperaturen von über 450 °C kann das entscheidend sein. Ist der Garraum sehr knapp bemessen, verbrennt der Rand oft schneller, obwohl der Boden oder die Mitte der Pizza noch etwas mehr Zeit benötigen.
Für mich trägt ein etwas grösserer Backraum deshalb mindestens genauso viel zu einem entspannten Backerlebnis bei wie ein rotierender Stein.
Macht ein rotierender Stein bessere Pizza?
Aus meiner Sicht lautet die Antwort ganz klar: Nein.
Ein rotierender Stein macht das Backen komfortabler und kann gleichmässigere Ergebnisse liefern.
Eine bessere Pizza entsteht dadurch aber nicht automatisch.
Ein guter Teig, ausreichend Reifezeit, ein sauber aufgeheizter Stein und etwas Übung haben einen deutlich grösseren Einfluss auf das Endergebnis als die Frage, ob sich der Stein dreht oder nicht.
Für wen eignet sich ein rotierender Pizzaofen?
Wenn du möglichst unkompliziert gute Ergebnisse erzielen möchtest oder häufig viele Pizzen hintereinander backst, kann ein rotierender Pizzaofen eine gute Wahl sein.
Er nimmt dir einen Arbeitsschritt ab und sorgt für ein sehr gleichmässiges Backbild.
Wenn du hingegen Freude daran hast, deinen Ofen kennenzulernen und den Backprozess aktiv zu steuern, wirst du mit einem klassischen Pizzaofen wahrscheinlich genauso glücklich.
Mein Fazit
Wenn ich heute einen neuen Pizzaofen kaufen würde, wäre ein rotierender Stein für mich nicht das wichtigste Kaufkriterium.
Viel wichtiger sind eine gleichmässige Hitzeverteilung, ein gut durchdachtes Brennersystem und genügend Platz im Garraum.
Ein L- oder U-förmiger Brenner kann das Backen deutlich angenehmer machen als ein einfacher Seitenbrenner. Und ein etwas grösserer Garraum gibt dir die Freiheit, die Pizza sauber zu drehen, ohne ständig an den heissesten Bereich des Ofens zu geraten.
Ein rotierender Stein ist deshalb für mich kein Muss, sondern eher eine Komfortfunktion.
Ich würde mich auch heute wieder für einen klassischen Pizzaofen mit festem Stein entscheiden. Nicht weil er bessere Pizza backt, sondern weil für mich das Drehen der Pizza genauso dazugehört wie das
Kneten des Teigs oder das Ausformen.
Am Ende macht nicht die Technik den Unterschied, sondern das Gefühl für den Teig, den Ofen und den richtigen Moment. Und genau dieses Gefühl entwickelt man mit jeder Pizza ein bisschen mehr – für mich ist das der eigentliche Spass am Pizzabacken.