Schritt für Schritt zur richtig guten Pizza. Pizzateig muss nicht kompliziert sein. Du brauchst weder Profi-Equipment noch jahrelange Erfahrung, um einen richtig guten Teig hinzubekommen. Mit einer normalen Küchenmaschine und ein wenig Geduld gelingt dir eine authentische Pizza auch zuhause.
In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie es geht. Ich erkläre die wichtigsten Begriffe so, dass du alles nachvollziehen kannst. Pizzateig ist kein Geheimnis – wenn man einmal die Grundlagen verstanden hat. Los geht’s.
Ein paar wichtige Grundlagen:
Küchenmaschine
Dieses Rezept funktioniert mit jeder gängigen Küchenmaschine mit Knethaken – egal ob KitchenAid, Kenwood, Bosch oder ein einfacheres Modell. Wichtig ist nur, dass sie den Teig zuverlässig kneten kann.
Prozentangaben
Beim Backen arbeitet man häufig mit Prozenten. Das klingt komplizierter, als es ist. Das Mehl ist immer die Basis mit 100%. Alle anderen Zutaten werden darauf bezogen berechnet.
Beispiel:
Bei 1.000g Mehl und 62% Wasser verwendest du 620g Wasser.
Der Vorteil: Du kannst Rezepte ganz einfach anpassen oder skalieren.
Genauigkeit
Ein guter Pizzateig hängt von drei Faktoren ab: Hefe, Zeit und Temperatur. Diese stehen immer in Beziehung zueinander.
Damit das funktioniert, solltest du möglichst genau arbeiten. Besonders bei der Hefe lohnt sich eine Feinwaage, da kleine Unterschiede grosse Auswirkungen haben können. Auch Wasser und Mehl sollten sauber abgewogen werden. Zu viel Wasser kann den Teig schwer handhabbar machen.
Mehl
Für dieses Rezept empfiehlt sich ein Tipo 00 Mehl, zum Beispiel von Caputo.
Stärke des Mehls: geeignet für lange Reifezeiten und höhere Hydration
Schwächeres Mehl: besser für kurze Gehzeiten
Mit einem guten Tipo 00 Mehl bist du hier auf der sicheren Seite.
Wasser
Die Hydration beschreibt den Wasseranteil im Teig.
Wichtig ist die Temperatur:
Der Teig sollte beim Kneten nicht über ca. 26°C steigen
Zu warm schadet der Struktur
Zu kalt erschwert die Wasseraufnahme
Kaltes Leitungswasser ist für dieses Rezept ideal.
Öl
Olivenöl macht den Teig geschmeidiger und sorgt beim Backen für eine schönere Farbe und eine leichte Knusprigkeit. Gerade im Haushaltsofen ist das ein Vorteil. 1–2% Öl sind eine gute Richtlinie. 3% mutig und 7% als Maximum.
Zeit
Guter Pizzateig braucht Zeit. Wenig Hefe und lange Reife sorgen für mehr Geschmack.
24 Stunden sind ideal, um einen aromatischen Teig zu entwickeln.
Hefe
Damit es einfach bleibt, arbeiten wir mit einer festen Menge: 5g frische Hefe auf 1.000g Mehl
Das funktioniert zuverlässig bei Temperaturen zwischen etwa 16°C und 20°C, ohne dass du viel rechnen musst.
Zutaten
Für den Teig
1.000g Mehl Tipo 00
620g kaltes Wasser
5g frische Hefe
28g Meersalz
10g Olivenöl (optional)
Für die Tomatensauce
2 Dosen hochwertige Tomaten (z.B. San Marzano)
3–5 Basilikumblätter
Meersalz
Pfeffer
Oregano (optional)
etwas Olivenöl
Tag 1 – Teig vorbereiten
- Hefe auflösen
Gib das kalte Wasser in eine Schüssel und löse die Hefe darin vollständig auf. - Mischen
Gib das Hefewasser zusammen mit dem Mehl in die Küchenmaschine und knete etwa 3 Minuten, bis ein gleichmässiger, grober Teig entsteht. - Autolyse
Decke den Teig ab und lasse ihn etwa 2 Stunden ruhen, möglichst kühl. - Kneten
Jetzt kommen Salz und optional das Öl dazu.
Knete den Teig 5–10 Minuten, bis er glatt und geschmeidig ist. - Ruhen lassen
Lasse den Teig weitere 20–30 Minuten ruhen. - Teig falten
Führe nun ein sogenanntes Stretch & Fold durch:
Den Teig auseinanderziehen und zusammenklappen.
Wiederhole das 2–3 Mal im Abstand von jeweils 20–30 Minuten.
Zwischen den Runden sollte der Teig immer abgedeckt ruhen. - Stockgare
Nach dem letzten Falten kommt der Teig in die Ruhephase.
Lasse ihn luftdicht abgedeckt etwa 21 Stunden bei 16–20°C stehen.
Tag 2 – Teiglinge formen
- Portionieren
Teile den Teig in Stücke von etwa 250–280g.
Zum Beispiel ergeben sich 6 Stück à ca. 280g. - Rundwirken
Forme die Stücke zu glatten Kugeln mit etwas Spannung. - Stückgare
Lege die Teiglinge in eine leicht bemehlte Box und lasse sie 2–4 Stunden ruhen.
In dieser Zeit entspannen sie sich und gehen wieder sichtbar auf.
Tomatensauce zubereiten
Tomaten aus der Dose in eine Schüssel geben
Mit der Hand zerdrücken oder grob pürieren
Bei Bedarf etwas Flüssigkeit abtropfen lassen
Mit Salz, Pfeffer und etwas Olivenöl abschmecken
Optional Oregano oder Knoblauch hinzufügen
Basilikum unterheben
Etwa 2 Stunden ziehen lassen, dann kaltstellen
Pizza backen
- Teig öffnen
Drücke den Teig mit den Fingern von innen nach aussen flach und schiebe die Luft in den Rand.
Wichtig: Kein Nudelholz verwenden, sonst geht die Luft verloren. - Belegen
Verteile die Tomatensauce gleichmässig, dann Mozzarella und nach Wunsch etwas Hartkäse.
Weniger ist hier mehr – wenige Zutaten bringen den besten Geschmack. - Backen
Backe die Pizza so heiss wie möglich im Haushaltsbackofen. Ein Pizzastein ist von Vorteil.
Fazit
Mit diesem Rezept hast du einen einfachen Einstieg in die Welt des Pizzateigs.
Wenn du die Schritte einmal verstanden hast, kannst du nach und nach experimentieren und deinen eigenen perfekten Teig entwickeln.
Und das Wichtigste: Es macht Spass – und schmeckt deutlich besser als jede gekaufte Pizza.