Am Firmenfest vom vergangenen Wochenende durfte ich wieder einmal das machen, was ich am liebsten tue: Pizza backen.
Über den Abend hinweg wurden zahlreiche Pizzen gebacken, probiert und diskutiert. Dabei wurde ich immer wieder gefragt, welche modernen Toppings ich heute empfehlen würde. Neben den klassischen Varianten wie Margherita, Prosciutto oder Salame gibt es zahlreiche Kombinationen, die geschmacklich überraschen und perfekt zu einem modernen, luftigen Pizza-Teig passen.
Diese Pizza kam am Firmenfest besonders gut an: zarte Rindssteakstreifen vom Grill, veredelt mit einem frischen sommerlichen Chimichurri.
Hier sind meine zehn aktuellen Favoriten
Gelbe Tomaten, 'Nduja und Burrata
Wer sie einmal probiert hat, bestellt sie meistens ein zweites Mal.
Die Basis bildet eine Sauce aus gelben Tomaten. Sie ist deutlich milder und weniger säurebetont als klassische Tomatensauce. Darauf kommt etwas 'Nduja, die bekannte kalabrische Streichsalami mit angenehmer Schärfe.
Nach dem Backen wird die Pizza mit frischer Burrata veredelt.
Die Kombination aus Süsse, Schärfe und cremiger Burrata funktioniert hervorragend und sorgt immer wieder für begeisterte Gäste.
Pancetta und rote Zwiebelmarmelade
Diese Pizza lebt vom Kontrast.
Die Pancetta wird hauchdünn geschnitten und im Ofen wunderbar knusprig. Dazu passt eine selbstgemachte rote Zwiebelmarmelade mit etwas Balsamico und braunem Zucker.
Salzig, süss und leicht karamellisiert. Eine Kombination, die erstaunlich ausgewogen wirkt und auch Gäste begeistert, die sonst eher klassische Pizzen bevorzugen.
Salsiccia, Kartoffeln und Rosmarin
Kartoffeln auf einer Pizza?
Wer jetzt skeptisch ist, sollte ihr eine Chance geben.
Fein geschnittene Kartoffelscheiben werden mit etwas Olivenöl und frischem Rosmarin mariniert. Dazu kommt eine hochwertige italienische Salsiccia.
Das Ergebnis erinnert fast an eine rustikale Focaccia und passt besonders gut zu modernen, lang gereiften Teigen mit hoher Hydration.
Gorgonzola, Birne, Walnüsse und Honig
Wenn ich einen persönlichen Favoriten nennen müsste, wäre diese Pizza ganz vorne dabei.
Anders als viele andere Kreationen wird sie als weisse Pizza gebacken. Sie kommt ohne Tomatensauce aus und setzt die einzelnen Zutaten dadurch perfekt in Szene.
Als Basis verwende ich Fior di Latte und Gorgonzola, die gemeinsam gebacken werden. Während der Fior di Latte für die nötige Frische sorgt, schmilzt der Gorgonzola leicht an und verteilt sein würziges Aroma über die ganze Pizza.
Nach dem Backen kommen feine Birnenscheiben, geröstete Walnüsse und ein kleiner Schuss Honig dazu.
Die Kombination aus würzigem Käse, fruchtiger Birne, knackigen Walnüssen und einer dezenten Süsse sorgt für ein aussergewöhnliches Geschmackserlebnis.
Diese Pizza gehört bei meinen Pizzaabenden regelmässig zu den Favoriten und sorgt oft für die grössten Überraschungen bei Gästen, die normalerweise eher zu klassischen Belägen greifen.
Radicchio, Parmesan und Balsamico
Manchmal braucht es gar nicht viele Zutaten.
Eine Pizza auf Margherita-Basis wird nach dem Backen mit frischem rotem Radicchio, gehobeltem Parmesan und einigen Tropfen hochwertigem Balsamico veredelt.
Der leicht bittere Radicchio, der würzige Parmesan und die feine Säure des Balsamicos ergeben eine überraschend elegante Kombination.
Diese Pizza zeigt eindrücklich, dass viele Zutaten nicht automatisch eine bessere Pizza ergeben.
Mortadella, Pistaziencreme und Pistaziensplitter
Diese Pizza gehört inzwischen zu den modernen Klassikern.
Die Basis bildet eine klassische Margherita. Kurz vor Ende des Backvorgangs kommen einige Scheiben Mortadella auf die Pizza, damit sie leicht temperiert werden, ohne ihre zarte Struktur zu verlieren.
Nach dem Backen wird die Pizza mit einer feinen Pistaziencreme veredelt. Dazu kommen grob gehackte Pistaziensplitter für zusätzliche Textur und ein intensives Nussaroma.
Die Kombination aus der feinen Mortadella, der cremigen Pistaziennote und den knackigen Pistazien sorgt für ein wunderbar ausgewogenes Geschmackserlebnis.
Meine Diavola Variante
Für Liebhaber von Schärfe darf diese Pizza nicht fehlen.
Die Basis bildet eine klassische Margherita mit 'Nduja und fein geschnittener Schiacciata Salami. Bereits während des Backens entwickelt die 'Nduja ihre typischen würzigen und scharfen Aromen, die perfekt mit der kräftigen Salami harmonieren.
Nach dem Backen folgen einige Tropfen einer sehr scharfen Chilisauce.
Dadurch entsteht eine Schärfe, die sich langsam aufbaut und deutlich intensiver ist als bei einer klassischen Diavola. Die Kombination aus würziger Salami, der angenehmen Schärfe der 'Nduja und den punktuell gesetzten Chilitropfen sorgt für ein echtes Feuerwerk auf dem Gaumen.
Pfirsich und Rohschinken
Diese Pizza zeigt, wie gut Frucht und Schinken zusammenpassen können.
Die Basis bildet eine klassische Margherita mit hochwertiger Tomatensauce und Fior di Latte. Nach dem Backen werden feine Scheiben reifer Pfirsiche und einige Tranchen Rohschinken auf die Pizza gelegt.
Die leichte Süsse des Pfirsichs harmoniert perfekt mit der salzigen Würze des Schinkens. Durch die Restwärme der Pizza erwärmen sich die Zutaten leicht und verbinden sich zu einer wunderbar ausgewogenen Kombination.
Diese Pizza eignet sich besonders gut für warme Sommerabende und überrascht viele Gäste bereits beim ersten Bissen.
Zucchini, Stracciatella und Zitronenzeste
Eine leichte und moderne Sommerpizza.
Als Basis dient eine weisse Pizza mit Fior di Latte. Mitgebacken werden hauchdünne Zucchinischeiben, die im Ofen leicht rösten und dabei ein feines Aroma entwickeln.
Nach dem Backen kommen einige Löffel cremige Stracciatella auf die Pizza. Den letzten Schliff erhält sie durch frisch geriebene Zitronenzeste und etwas schwarzen Pfeffer.
Die Kombination aus cremiger Frische, dezenten Röstaromen und den feinen Zitrusnoten sorgt für eine Pizza, die leicht, elegant und überraschend anders wirkt.
Gerade an warmen Sommerabenden gehört sie zu den Varianten, die als Erstes verschwinden.
Rindssteak und Chimichurri
Manchmal entstehen die besten Pizzen eher zufällig.
Für diese Variante brate ich ein hochwertiges Rindssteak auf dem Grill bei hoher Temperatur scharf an. Anschliessend lasse ich es kurz ruhen und schneide es in feine Streifen von etwa fünf Millimetern.
Die Basis bildet eine weisse Pizza mit Fior di Latte und etwas Olivenöl. Nach dem Backen werden die Steakstreifen auf die heisse Pizza gelegt und mit einem frischen, sommerlichen Chimichurri veredelt.
Die Kombination aus der leichten Rauchnote des gegrillten Fleisches und den frischen Kräutern des Chimichurris sorgt für ein aussergewöhnliches Geschmackserlebnis.
Besonders an Grillabenden ist diese Pizza ein echter Hingucker und verbindet zwei Welten, die perfekt zusammenpassen: Pizza und BBQ.
Das Chimichurri sollte dabei frisch zubereitet werden. Petersilie, etwas Knoblauch, Olivenöl, wenige Chiliflocken und ein Schuss Essig reichen bereits aus, um der Pizza eine herrlich frische und sommerliche Note zu verleihen.
Profi-Tipps für moderne Toppings
Viele der besten Zutaten gehören nicht in den Ofen.
Burrata, Stracciatella, Rohschinken, Birnen, Pfirsiche, Parmesan oder Basilikum entfalten ihr volles Aroma erst nach dem Backen. Gerade bei Temperaturen von über 400 Grad im Ooni lohnt es sich, hochwertige Zutaten erst beim Servieren auf die Pizza zu geben.
Weniger ist dabei meistens mehr. Moderne Pizza lebt nicht von möglichst vielen Zutaten, sondern von der Qualität und Harmonie der einzelnen Komponenten.
Mein Fazit
Von allen vorgestellten Varianten wurden an unserem Firmenfest vor allem die Pizza mit Rindssteak und Chimichurri sowie meine Diavola-Variante besonders häufig nachgefragt. Allerdings hatte ich längst nicht alle Ideen aus dieser Top-10-Liste dabei. Umso spannender finde ich den Gedanken, die eine oder andere Kreation in Zukunft ebenfalls bei einem Anlass oder Pizzaabend auszuprobieren.
Genau solche Momente zeigen mir immer wieder, dass Pizza heute weit mehr sein kann als Margherita oder Prosciutto. Mit etwas Mut, hochwertigen Zutaten und der Bereitschaft, neue Kombinationen auszuprobieren, entstehen Kreationen, die Gäste überraschen und lange in Erinnerung bleiben.
Viele
moderne Pizza-Kreationen haben eines gemeinsam:
Die wichtigsten Zutaten kommen erst nach dem Backen auf die Pizza.
Dadurch bleiben Burrata, Stracciatella, Rohschinken, Birnen, Pfirsiche oder Parmesan in ihrer besten Form erhalten und bringen deutlich mehr Geschmack auf den Teller.
Gerade bei modernen Teigen mit langer Reifezeit und hoher
Hydration lohnt es sich, hochwertige Zutaten bewusst einzusetzen und den Belag nicht zu überladen. Oft sind es nicht die vielen Zutaten, sondern die richtige Kombination aus wenigen, sorgfältig ausgewählten Komponenten, die eine Pizza besonders macht.
Am Ende gilt für mich aber nach wie vor:
Eine gute Pizza beginnt nicht beim Topping, sondern beim Teig. Wenn der Rand schön aufgeht, die Krume luftig ist und die Zutaten harmonieren, braucht es oft gar nicht viel mehr.
Und genau das macht für mich die Faszination des Pizzabackens aus. 🍕