Rezept mit 50 % Biga & 50 % Autolyse. Dieses Rezept gehört zu den Methoden, die etwas aufwendiger klingen, aber überraschend gut funktionieren – auch für Einsteiger. Es kombiniert zwei Techniken: Biga und Autolyse. Dadurch bekommst du einen sehr aromatischen Teig mit einer lockeren, luftigen Struktur.
Die Hydration liegt bei 72 %, der Teig ist also relativ weich, lässt sich mit etwas Übung aber gut verarbeiten.
Grundrezept
- 1.000 g Mehl vom Typ0, W320
- 720 ml kaltes Wasser (72 % Hydration)
- 7 g frische Hefe
- 10 g Olivenöl (optional)
- 10 g Honig oder Malz
- 26 g Salz
Das Mehl wird später aufgeteilt:
- 50 % für die Biga
- 50 % für die Autolyse
Kurze Erklärung der Technik
Biga
Ein fester Vorteig mit wenig Wasser.
Sorgt für:
- intensiven Geschmack
- stabile Teigstruktur
Autolyse
Ein einfaches Gemisch aus Mehl und Wasser.
Sorgt dafür:
- bessere Wasseraufnahme
- geschmeidiger Teig
- weniger Knetaufwand
Schritt 1 – Biga vorbereiten (am Vortag)
Die Biga hat eine Hydration von 45 % und reift über längere Zeit.
Zutaten
- 500 g starkes Mehl (mind. 13 % Protein, W320–350, z. B. Caputo Cuoco oder Nuvola Super)
- 225 ml Wasser (Zimmertemperatur)
- 3 g frische Hefe
Zubereitung
- Hefe im Wasser auflösen
- Mehl dazugeben und grob vermischen (nicht glatt kneten)
- Abgedeckt ruhen lassen
Reifezeit:
- 16–20 Stunden
- bei ca. 18 °C (kühler Raum)
Die Biga ist fertig, wenn sie leicht aufgegangen ist und aromatisch riecht.
Schritt 2 – Autolyse vorbereiten
Diese wird etwa 1–2 Stunden vor Ende der Biga-Reife angesetzt.
Zutaten
- 500 g Mehl (mittlere Stärke, W ca. 280)
- 275 ml kaltes Wasser
Zubereitung
- Mehl und Wasser in der Maschine 2–3 Minuten mischen
- Abgedeckt ruhen lassen
Ruhezeit:
- mindestens 1 Stunde
- optional auch länger
Hinweis:
Wenn die Autolyse länger als 6 Stunden steht, gib eine kleine Prise Salz dazu.
Schritt 3 – Hauptteig herstellen
Jetzt kommt alles zusammen.
Vorgehen
- Biga und Autolyse-Teig in die Küchenmaschine geben
- Etwa 5 g frische Hefe dazu bröseln
- Honig oder Malz hinzufügen
- Während des Knetens:
- die restlichen 220 ml Wasser langsam einarbeiten
- Sobald der Teig gut verbunden ist:
- Salz hinzufügen
- optional das Olivenöl einarbeiten
Kneten
- Dauer: ca. 12–15 Minuten
- Der Teig ist fertig, wenn er glatt und elastisch ist
Fenstertest: Ein kleines Stück Teig lässt sich dünn auseinanderziehen, ohne zu reissen.
Temperatur beachten
Der Teig sollte beim Kneten nicht über 26–28 °C kommen.
Wird es zu warm, leidet die Struktur.
Schritt 4 – Stärkungsfalten (Coil Fold)
Nach dem Kneten wird der Teig gefaltet:
- Alle 20 Minuten
- Insgesamt 3 Durchgänge
Das stabilisiert den Teig und verbessert die Struktur.
Schritt 5 – Teiglinge formen
- Teig portionieren (z. B. 6 Stück à ca. 280 g)
- Zu glatten Kugeln formen
Stückgare
Die Teiglinge ruhen nun:
- 3–4 Stunden bei Raumtemperatur
- abhängig von der Umgebungstemperatur
Sie sollten sichtbar aufgehen und weich werden.
Weiterverarbeitung
Danach kannst du:
- den Teig vorsichtig ausformen
- nach Wunsch belegen
- und bei maximaler Hitze backen
Wichtig: Kein Nudelholz verwenden – die Luft soll im Rand bleiben.
Fazit
Dieses Rezept verbindet mehrere Techniken zu einem sehr aromatischen Teig:
- Biga für Geschmack und Struktur
- Autolyse für bessere Teigentwicklung
- hohe Hydration für eine luftige Krume
Auch wenn es mehrere Schritte sind: Wenn du sie einmal gemacht hast, wird der Ablauf schnell Routine – und das Ergebnis lohnt sich in jedem Fall.
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