Ein Elektro-Pizzaofen gegen ganz viel Emotion
Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass mich ein elektrischer Pizzaofen einmal so begeistern würde. Schliesslich steht bei mir ein Gozney Dome. Ein wunderschöner Pizzaofen, mit Flamme, grosser Kuppel und allem, was das Pizza-Herz eigentlich begehrt. Und trotzdem passiert etwas, womit ich selbst nicht gerechnet hätte: Wenn ich heute Pizza backen möchte, greife ich immer häufiger zum Effeuno F1.
Kein Feuer. Kein grosses Spektakel. Einschalten, aufheizen und loslegen.
Aber Bequemlichkeit alleine wäre für mich kein Grund, einen Pizzaofen zu lieben. Entscheidend ist, was am Ende auf dem Teller liegt. Und genau dort hat mich der Effeuno überrascht. Nach vielen Pizzen ist deshalb die Zeit für ein ehrliches Fazit gekommen:
Was kann der Effeuno F1 wirklich? Was gefällt mir besonders, was weniger und würde ich ihn heute nochmals kaufen?
Spoiler: Bei der letzten Frage muss ich nicht lange überlegen. 🍕
Warum überhaupt ein Effeuno?
Wer meinen Blog verfolgt, weiss, dass ich mich ziemlich intensiv mit Pizza beschäftige. Teig, Hydration, Fermentation, Mehl, Temperatur, Biscotto: Es gibt immer noch irgendeine Stellschraube, die man ausprobieren kann.
Genau deshalb hat mich irgendwann auch das Thema elektrischer Pizzaofen gepackt.
Für mich war dabei weniger entscheidend, was auf dem Datenblatt steht.
Ich wollte vor allem wissen:
Kann ein elektrischer Pizzaofen bei einer richtig guten Pizza Napoletana tatsächlich mit einem gasbefeuerten Pizzaofen mithalten?
Nach vielen Pizzen kenne ich meine Antwort.
Liebe auf den zweiten Blick: Funktion statt Show
Seien wir ehrlich. Ein Effeuno gewinnt keinen Schönheitspreis gegen einen Gozney Dome. Der Dome steht da und sagt schon optisch: Heute machen wir Pizza!
Der Effeuno sagt eher: Wo ist die Steckdose? 😄
Aber genau diese Nüchternheit ist inzwischen ein Teil dessen, was ich an ihm mag. Ich möchte Pizza backen. Also schalte ich den Ofen ein. Fertig.
Biscotto und Effeuno: Für mich die perfekte Kombination
Ein wichtiger Teil meiner Erfahrung mit dem Effeuno ist der Biscotto.
Seit ich mit meinem Effeuno F1 arbeite, verwende ich beim Pizzabacken fast ausschliesslich einen Biscotto. Darüber habe ich bereits in meinem Beitrag Pizza backen mit Pizzastein: Lohnt sich das wirklich? geschrieben. Dort gehe ich auch näher darauf ein, weshalb ich den Biscotto gerade bei hohen Temperaturen so gerne verwende. [millebolle.ch]
Noch ausführlicher wird es in meinem direkten Vergleich:
Hier möchte ich deshalb gar nicht nochmals die komplette Theorie erklären. Was für mich zählt, ist das Ergebnis. Und das überzeugt mich.
Was mich am Effeuno wirklich begeistert: Kontrolle
Das ist wahrscheinlich einer der grössten Gründe, warum ich mittlerweile so gerne mit dem Effeuno backe. Kontrolle.
Bei Pizza Napoletana spielen Temperatur und wenige Sekunden Backzeit eine erstaunlich grosse Rolle. Genau hier macht mir der Effeuno besonders viel Spass.
- Ich kann ausprobieren.
- Ich kann verändern.
Und vor allem kann ich ein gelungenes Resultat beim nächsten Mal wieder gezielt anstreben. Für einen Pizza-Nerd ist das schon ziemlich genial.
Einschalten, aufheizen, Pizza backen
Was mir im Alltag besonders gefällt, ist die Einfachheit. Wenn der Effeuno bereit ist, läuft das Pizzabacken ziemlich unspektakulär ab:
- Pizza vorbereiten.
- Einschiessen.
- Beobachten.
- Drehen.
- Fertig.
Keine grosse Show. Dafür kann ich mich voll auf die Pizza konzentrieren. Und genau das gefällt mir inzwischen richtig gut.
Pizza Nummer eins, zwei, drei: Reproduzierbarkeit zählt
Eine schöne Pizza bekommt man mit vielen guten Pizzaöfen hin. Spannender wird es für mich, wenn Pizza Nummer zwei, drei und vier folgen. Dann möchte ich nicht jedes Mal von vorne anfangen oder rätseln, wie sich der Ofen jetzt verhalten wird. Ich möchte Pizza machen und mich gleichzeitig um die Leute kümmern, die bei mir am Tisch sitzen.
Diese Berechenbarkeit ist für mich mittlerweile wichtiger geworden als das grosse Spektakel rund um den Pizzaofen.
Aber fehlt beim Effeuno nicht die Flamme?
Doch. Natürlich. Wer eine Pizza im Gozney Dome oder einem klassischen Holzofen backt, erlebt etwas anderes. Feuer gehört zur Faszination Pizza. Wenn Freunde da sind und wir draussen einen schönen Pizzaabend verbringen, dann hat der grosse Outdoor-Pizzaofen nach wie vor etwas Besonderes. Der Effeuno ersetzt für mich dieses Erlebnis nicht. Er muss es aber auch gar nicht. Denn wenn es mir hauptsächlich darum geht, richtig gute Pizza zu backen, vermisse ich das Feuer erstaunlich wenig. Das hätte ich vor dem Kauf selbst nicht erwartet.
Was mir am Effeuno weniger gefällt
Natürlich ist auch der Effeuno nicht perfekt. Für mich ist er in erster Linie ein Arbeitsgerät. Das Design ist funktional. Wer einen Pizzaofen sucht, der gleichzeitig Blickfang und Designobjekt sein soll, wird vermutlich zunächst woanders hinschauen. Auch das Erlebnis ist nüchterner.
- Kein Flammenspiel.
- Kein Holz.
- Kein Outdoor-Ritual.
Man bekommt dafür aber etwas anderes: Fokus auf das eigentliche Backen. Und inzwischen weiss ich, was mir persönlich wichtiger ist.
Effeuno F1 oder Gozney Dome?
Keine Sorge. Ich mag meinen Dome immer noch. Aber die Rollen haben sich verändert. Der Gozney Dome ist für mich stärker das Erlebnis. Der Effeuno ist dagegen der Ofen, zu dem ich greife, wenn ich einfach Pizza backen möchte. Diesen Vergleich habe ich mittlerweile so oft für mich selbst gezogen, dass daraus ein eigener Artikel entstanden ist:
Dort gehe ich ausführlicher darauf ein, weshalb ich trotz Gozney Dome mittlerweile so häufig vor dem Effeuno stehe.
Für wen lohnt sich der Effeuno F1?
Für mich ist der Effeuno besonders interessant für Menschen, die nicht nur ab und zu Pizza machen, sondern sich wirklich mit Pizza beschäftigen. Also für diejenigen, die irgendwann anfangen, sich solche Fragen zu stellen:
- Welche Temperatur hat mein Stein?
- Wie bekomme ich den Boden noch besser?
- Wie beeinflusst die Oberhitze meinen Cornicione?
- Was passiert, wenn ich die Temperatur verändere?
- Warum war Pizza Nummer drei besser als Pizza Nummer eins?
Wenn dir solche Fragen bekannt vorkommen, bist du wahrscheinlich bereits verloren. Willkommen im Club. 😄🍕. Für mich gehört genau dieses Ausprobieren zum Hobby.
Mein Fazit: Würde ich den Effeuno F1 wieder kaufen?
Nach vielen Pizzen brauche ich für diese Antwort nicht lange nachzudenken. Ja. Jederzeit.
Der Effeuno hat meine Art, Pizza zu backen, verändert. Nicht weil er spektakulärer ist. Nicht weil ein Elektro-Pizzaofen plötzlich mehr Emotionen auslöst als eine Flamme.
Sondern weil er genau das macht, was ich von ihm möchte: Er lässt mich den Fokus auf die Pizza legen.
Das Zusammenspiel aus hoher Temperatur, Biscotto und Kontrolle über den Backprozess macht mir einfach unglaublich viel Spass. Und am Ende interessiert mich bei einem Pizzaofen ohnehin vor allem eine Sache:
Was kommt dabei auf den Teller?
Genau dort hat mich der Effeuno überzeugt. So sehr, dass mein wesentlich spektakulärerer Gozney Dome inzwischen deutlich mehr Freizeit hat als früher. Ob das für immer so bleibt? Keine Ahnung.
Bei Pizza weiss man schliesslich nie, welches neue Spielzeug als Nächstes auftaucht. 😄Aber wenn mein Effeuno morgen den Geist aufgeben würde und ich vor der Entscheidung stünde, nochmals einen zu kaufen?
Ich würde nicht lange überlegen. Steckdose frei machen. Neuer Effeuno hin. Aufheizen. Pizza. 🍕 Buon appetito!